Gentest zur Vermeidung von Inzucht

Auf Grund von jahrzehntelangen mangelnden Importmöglichkeiten und fehlenden Zuchtbüchern haben wir bisher in Europa bei unseren Dromedar- und Trampeltierpopulationen keine effektive Möglichkeit, Inzucht und deren negative Folgen für unsere Tiere zu verhindern.

Alle bisherigen Versuche einer genetischen Abstammungserfassung scheiterten an ungenauen Ergebnissen.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen ermöglichen uns jedoch jetzt, genau die Stellen im Erbgut (SNP´s) mit einem Gentest zu erfassen, die uns Aussagen über genetische Nähe der Tiere zueinander geben.

In Kollaboration mit der FAO wird derzeit eine Auswahl von Tieren mit den neuen Markern getestet und der Inzuchtgrad unserer Kamele untereinander untersucht. Außerdem wird die genetische Nähe zu Kamelen in den Ursprungsländern analysiert.

Die Resultate einer solchen Testung können in Kombination mit einer Zuchtbuchsoftware in Zukunft genutzt werden, um vor der Verpaarung genetisch möglichst fremdblütige Elterntiere auszusuchen und so der voranschreitenden Verarmung des Genpools entgegenzuwirken.

Darüberhinaus wäre es möglich, vor Kamelimporten aus dem Ausland gezielt passende neue Tiere für unsere Bestände auszusuchen.

Die Vortestung läuft bis Ende des Jahres 2021. Die Auswertung der Daten erfolgt mit unserem renommierten langjährigen Partnerlabor „Generatio“ in Mainz. Erste Resultate sind im Januar 2022 zu erwarten.

Sobald Soft- und Hardware von uns getestet wurden, versuchen wir den Gentest für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Nach unserem Zeitplan wäre das Anfang 2022.

Eine internationale Beteiligung wäre sinnvoll.

Für die weitere Zukunft planen wir, dass mit dem Gentest auch Aussagen über z.B. Milchleistung, Farbe oder Gesundheit getroffen werden können.

Wer diesen Gen-Test nutzen und über den weiteren Verlauf informiert werden möchte, kann hier in Kürze einen Newsletter zum Thema bestellen.

Fragen zum Thema an

 Judith.Mueller@altweltkamele.de oder Gabriele.Heidicke@altweltkamele.de